Einbeziehung inklusiver Praktiken
Das DE-BIAS-Projekt, das aus Mitteln des Programms „Digitales Europa“ finanziert und von einem Konsortium aus Aggregatoren, KMU, Wissenseinrichtungen und auf partizipative Praktiken spezialisierten Organisationen durchgeführt wird, zielt darauf ab, einen inklusiveren und aktuelleren Ansatz für die Beschreibung kultureller Sammlungen zu fördern. DE-BIAS ist bestrebt, den Sektor zu demokratisieren, indem Machtungleichgewichte angegangen und die Ko-Kreation mit historisch benachteiligten Gemeinschaften gefördert wird. Dieser Ansatz wird durch ein Engagement für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Mehrstimmigkeit untermauert, um sicherzustellen, dass alle Stimmen gehört und geschätzt werden.
Im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Entwicklung eines KI-gestützten Tools zur Erkennung und Kontextualisierung beleidigender Begriffe in den Metadaten von Sammlungen des kulturellen Erbes, um wiederum die Verwendung einer respektvollen und inklusiven Sprache zu fördern. Eine zweite Säule des Projekts, die direkt in das Tool einfließt, ist die aktive Zusammenarbeit mit minderjährigen Gemeinschaften, die bisher in Metadaten unter- oder falsch dargestellt wurden. Zu diesem Zweck hat das Projektkonsortium in einer Reihe von Workshops mit Fokusgruppen aus der kongolesischen Gemeinschaft in Belgien, der surinamesischen Gemeinschaft in den Niederlanden, der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und den LGBTQI+-Gemeinschaften in Rom und London Inhalte und Kontexte für historische Aufzeichnungen und deren Metadaten mitgestaltet.
Eine freie und offene Ressource
Ausgehend von dieser Arbeit hat das Projekt eine neue Online-Publikation herausgegeben, die Community Engagement Methodology - eine Blaupause für kulturelle Institutionen, die Gemeinschaften effektiver und gerechter einbinden möchten. Die von Experten der ECCOM und der KU Leuven verfasste Methodik, die relevante EU-Politiken mit Erkenntnissen aus früheren Projekten sowie den speziell für DE-BIAS entwickelten Begründungen zusammenfasst, bietet einen detaillierten Rahmen für die Konzeption, Planung und Bewertung von Aktivitäten zum Engagement der Gemeinschaft und stellt sicher, dass sie inklusiv, sicher und vertrauensbasiert sind.
Highlights der Methodik
Erbe und Vermächtnisse
Die Publikation befasst sich mit der Rolle des Kulturerbes bei der Gestaltung von Identitäten und zeigt auf, wie kulturelles Erbe als dynamische und sich entwickelnde Reflexion gesellschaftlicher Werte und Überzeugungen dienen kann.
Engagement-Strategien
Es werden praktische Strategien für die Einbindung von Gemeinschaften skizziert, wobei Empathie, offener Dialog und Geschichtenerzählen im Vordergrund stehen. Diese Ansätze sollen gegenseitige und sinnvolle Interaktionen zwischen kulturellen Institutionen und den Gemeinschaften, denen sie dienen, fördern.
Bewährte Verfahren und Fallstudien
Die Methodik umfasst eine Fülle von Fallstudien und Beispiele für erfolgreiche Community-Engagement-Projekte. Diese Beispiele aus der Praxis liefern wertvolle Einblicke und Inspirationen für GLAM-Experten, die ähnliche Initiativen umsetzen möchten.
Ein dynamischer und flexibler Rahmen
In der Erkenntnis, dass die Gemeinschaftsarbeit von Natur aus dynamisch ist, bietet die Publikation einen flexiblen Rahmen und nicht ein starres Regelwerk. Sie ermutigt die Einrichtungen des Kulturerbes, die Methodik an ihre einzigartigen Kontexte und die Bedürfnisse der Gemeinschaft anzupassen.
Wege zur Reflexion
Ein Abschnitt, der für die Leser von besonderem Interesse sein könnte, trägt den Titel „Wege zur Reflexion“. Dieses Kapitel bietet eine kritische Anleitung durch die Einführung von drei Wegweisern, die eine tiefere Reflexion und ein effektiveres Engagement der Gemeinschaft ermöglichen sollen.
Wegweiser 1 - Introspektion ermutigt Einrichtungen des Kulturerbes, ihre eigenen Vorurteile, Annahmen und Praktiken kritisch zu bewerten. Durch die Förderung einer Kultur des Selbstbewusstseins können Institutionen potenzielle Hindernisse für ein inklusives Engagement identifizieren und angehen.
Wegweiser 2 - Zusammenarbeit unterstreicht die Bedeutung von Partnerschaft und setzt sich für eine echte Zusammenarbeit mit Community-Mitgliedern ein. Er unterstreicht die Notwendigkeit der Mitgestaltung und der gemeinsamen Verantwortung für Projekte, um sicherzustellen, dass die Stimmen der Gemeinschaft integraler Bestandteil des Prozesses sind.
Wegweiser 3 - Nachhaltigkeit konzentriert sich auf die langfristigen Auswirkungen von Engagement-Aktivitäten. Dieser Abschnitt unterstreicht die Notwendigkeit des Aufbaus nachhaltiger Beziehungen zu Gemeinschaften und nicht temporärer oder oberflächlicher Interaktionen. Nachhaltiges Engagement fördert das Vertrauen und den laufenden Dialog und stärkt die Relevanz und Inklusivität von Einrichtungen des Kulturerbes.
Durch die Einbeziehung dieser Wegweiser bietet der Abschnitt „Wege zur Reflexion“ einen Fahrplan, um die Komplexität des gemeinschaftlichen Engagements zu bewältigen.
Nehmen Sie an der Konversation teil
Die Community Engagement Methodology bietet wertvolle Ressourcen, Überlegungen und Empfehlungen, um Ihre Community-Engagement-Praktiken zu verbessern, unabhängig davon, ob Sie ein erfahrener Experte oder neu auf dem Gebiet sind. Wir laden Sie ein, die Veröffentlichung zu erkunden (auch auf der DE-BIAS-Projektseiteverfügbar). Lesen Sie Ihren Weg zu einem inklusiveren und gerechteren Kulturerbesektor und teilen Sie Ihre Überlegungen oder Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Projektteam über [email protected].
